Der Kalender behauptet steif und fest, es sei Sommer – meteorologisch hat er am 1. Juni begonnen, astronomisch steht er am 21. Juni vor der Tür. Doch wer in diesen Tagen aus dem Fenster schaut, könnte daran durchaus zweifeln. Statt Eiscafé-Wetter und lauen Abenden im Biergarten empfängt uns ein launischer Frühsommer mit Wolken, Schauern und Temperaturen, die eher an den April erinnern.
Das aktuelle Wetter: Die „Schafskälte“ lässt grüßen
Hier im Ruhrgebiet zeigt das Thermometer heute gerade einmal Werte um die 13 bis 17 Grad, dazu ziehen immer wieder leichte Regenschauer durch. Und auch der Blick auf die kommenden Tage verspricht keine große Wende: Bis zum Wochenende bleiben die Höchstwerte meist unter der 20-Grad-Marke, der Regenschirm sollte also griffbereit bleiben.
Was wir hier erleben, hat sogar einen Namen: die berühmte „Schafskälte“. Dieser Kaltlufteinbruch Mitte Juni ist ein alter Bekannter im deutschen Wetterkalender – frisch geschorene Schafe sollen einst unter ihm gelitten haben, daher der Name. Eine eingefahrene Westwetterlage sorgt derzeit dafür, dass kühle und feuchte Atlantikluft zu uns strömt. In den Alpen fiel zu Wochenbeginn oberhalb von 2.000 Metern sogar Neuschnee – mitten im Juni!
Doch es gibt Hoffnung: Zum Wochenende deutet sich vor allem im Südwesten Deutschlands eine Wetterbesserung an. Ein Ableger des Azorenhochs nimmt Kurs auf Mitteleuropa und könnte dort für mehr Sonne und spürbar wärmere Temperaturen sorgen. Der Norden und Osten müssen sich dagegen noch etwas gedulden – dort bleibt es vorerst wechselhaft, windig und kühl.
Warum der Juni eben doch Sommer ist
So enttäuschend das Schauerwetter für Sonnenanbeter sein mag – der Juni hat auch seine schönen Seiten. Es ist der Monat der längsten Tage: Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni wird es bei uns erst gegen 22 Uhr richtig dunkel, und die Sonne geht schon vor 5:30 Uhr wieder auf. Die Natur steht in voller Pracht, die Erdbeersaison läuft auf Hochtouren, und der Regen ist – so unbequem er ist – nach den trockenen Wochen im Mai für Gärten, Felder und Wälder ein wahrer Segen.
Und mal ehrlich: Statistisch ist der Juni ohnehin einer der niederschlagsreichsten Monate in Deutschland. Der echte Hochsommer kommt erfahrungsgemäß erst noch. Die Langfristmodelle deuten sogar an, dass die zweite Junihälfte deutlich wärmer ausfallen könnte. Also: Geduld – und vielleicht ist das Wetter ja sogar ein Wink des Schicksals, denn es gibt ab heute ohnehin einen sehr guten Grund, abends auf dem Sofa zu bleiben …
Anpfiff! Die Fußball-WM 2026 startet heute
Denn heute, am 11. Juni 2026, beginnt die größte Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten. Erstmals tragen mit den USA, Kanada und Mexiko gleich drei Länder das Turnier gemeinsam aus – und erstmals sind 48 Mannschaften dabei, die in 104 Spielen an 16 Spielorten um den Titel kämpfen.
Den Auftakt macht heute Abend um 21 Uhr deutscher Zeit Gastgeber Mexiko gegen Südafrika – und das an einem geschichtsträchtigen Ort: im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt. Das ehrwürdige Stadion richtet damit als erstes überhaupt zum dritten Mal ein WM-Eröffnungsspiel aus, nach 1970 und 1986. Schon 90 Minuten vor dem Anpfiff, ab 19:30 Uhr unserer Zeit, steigt dort die große Eröffnungsfeier. Mit dabei: Superstar Shakira, die gemeinsam mit Burna Boy erstmals den offiziellen WM-Song „Dai Dai“ live performt. Für Shakira ist es übrigens ein Déjà-vu – schon 2010 lieferte sie mit „Waka Waka“ die Hymne zur WM in Südafrika, und auch damals hieß die Auftaktpaarung kurioserweise Mexiko gegen Südafrika.
In Deutschland ist das Eröffnungsspiel im Free-TV beim ZDF zu sehen, außerdem überträgt MagentaTV. Generell teilen sich ARD und ZDF 60 Spiele im Free-TV, während MagentaTV alle 104 Partien zeigt.
Für deutsche Fans wird es dann am Sonntag, dem 14. Juni, ernst: Das DFB-Team bestreitet sein erstes Gruppenspiel gegen Außenseiter Curaçao – angenehm fanfreundlich um 19 Uhr deutscher Zeit. In der Gruppe warten außerdem die Elfenbeinküste und Ecuador. Wer alle Spiele verfolgen will, braucht allerdings etwas Kondition: Wegen der Zeitverschiebung reichen die Anstoßzeiten von 19 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Das Finale steigt schließlich am 19. Juli in New York/New Jersey.
Fazit: Drinnen WM, draußen bald Sommer
Vielleicht passt am Ende doch alles zusammen: Während sich der Sommer in Deutschland noch eine kleine Auszeit gönnt, liefert die WM den perfekten Grund für gemütliche Fußballabende. Und wenn das Azorenhoch Wort hält, können wir die nächsten Spiele schon bald beim Public Viewing unter freiem Himmel genießen – mit kühlen Getränken statt kühlem Wetter. In diesem Sinne: einen guten Start in den (Fußball-)Sommer!
Wie verbringt ihr den WM-Auftakt – vor dem Fernseher oder trotzt ihr dem Wetter beim Public Viewing? Schreibt es in die Kommentare!
