Drei Tüten Gummibärchen und kein einziges Gespenst – mein Halloween-Dilemma

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Jedes Jahr Ende Oktober stehe ich im Supermarkt vor demselben Regal und stelle mir dieselbe Frage: Wie viele Süßigkeiten brauche ich eigentlich? Kaufe ich zu wenig, klingelt’s um halb sieben zum zehnten Mal und ich stehe mit leeren Händen an der Tür. Kaufe ich zu viel, esse ich bis Mitte November Mini-Schokoriegel zum Frühstück. Letztes Jahr war es übrigens Variante zwei. Ich beschwere mich nicht.

Dieses Jahr fällt Halloween auf einen Samstag, und ich ahne schon, was das heißt: mehr Kinder, mehr Partys, mehr Leute, die abends verkleidet durch die Straße ziehen. Hier im Ruhrgebiet ist es seit der Zeitumstellung am Sonntag ab fünf ohnehin stockdunkel – perfekte Gruselbedingungen also, ganz 

„Das ist doch amerikanischer Quatsch!“

Den Satz habe ich früher öfter gehört, und ehrlich gesagt habe ich ihn als Jugendlicher selbst ein, zwei Mal gesagt. In den Neunzigern kannte man Halloween bei uns hauptsächlich aus Filmen. Irgendwann standen dann plötzlich die ersten Kürbisse vor den Haustüren, und heute ist das Ganze aus dem Herbst kaum noch wegzudenken.

Dabei ist die Geschichte gar nicht so amerikanisch, wie viele denken. Die Wurzeln liegen in Irland, beim alten Fest Samhain, das irische Auswanderer mit über den Atlantik genommen haben. Wir haben es also quasi nur re-importiert, mit ein bisschen mehr Plastikskeletten drumherum. Und mal ehrlich: Rübengeister und Laternenumzüge im Herbst kennen wir hier ja auch schon ewig. So weit ist das alles gar nicht voneinander entfernt.

Was bei uns am Samstag passiert

Große Party wird es bei uns nicht geben. Der Plan sieht eher so aus: Schüssel mit Süßkram griffbereit, und zwischen den Klingelrunden läuft ein Horrorfilm. Die Kinder aus der Nachbarschaft geben sich übrigens immer richtig Mühe mit ihren Kostümen.

Was die Filmauswahl angeht, sind wir uns allerdings noch nicht einig. Ich wäre für einen Klassiker, sie eher für etwas, bei dem man nachts noch schlafen kann. Wahrscheinlich wird es am Ende ein Kompromiss, den keiner von uns so richtig gruselig findet.

Und das mit den Gummibärchen?

Ich habe mich übrigens entschieden: drei Tüten. Plus eine Packung Schokoriegel als Reserve, falls der Ansturm größer wird als gedacht. Und falls nicht – na ja, der November ist lang.

Wie sieht’s bei euch aus? Feiert ihr Halloween, oder macht ihr am 31. lieber das Licht aus und tut so, als wärt ihr nicht zu Hause? Schreibt es mir gern in die Kommentare!

Ein Feiertag, der aufs Wochenende fällt – und trotzdem etwas bedeutet

Brandenburger Tor morgens

Mal ehrlich: Als ich vorhin in den Kalender geschaut habe, war mein erster Gedanke nicht „Wie schön, die Einheit!“, sondern „Mist, Samstag.“ Der 3. Oktober hat sich dieses Jahr ausgerechnet das Wochenende ausgesucht, und der freie Tag, über den man sich sonst mitten in der Woche so schön freut, fällt einfach unter den Tisch. Ich glaube, damit bin ich nicht allein.

36 Jahre – und immer noch nicht „fertig“

Sechsunddreißig Jahre ist die Wiedervereinigung jetzt her. Das ist eine Zahl, bei der ich kurz schlucken muss, weil sie so selbstverständlich klingt. Ein ganzes Berufsleben, eine ganze Generation, die gar nichts anderes kennt als ein Deutschland ohne Mauer und Grenzkontrollen quer durchs Land.

Und trotzdem hört man immer noch die Sätze von „drüben“ und „hüben“, manchmal sogar von Leuten, die erst lange nach 1990 geboren wurden. Ich finde das gar nicht schlimm, solange man darüber redet. Schlimm wird es, wenn man so tut, als wäre alles längst erledigt, nur weil es auf dem Papier so ist. Eine Einheit, die man einmal beschließt und dann nie wieder anfasst, hält vermutlich nicht besonders gut.

Was mich bei dem Thema immer wieder beschäftigt: Wie schnell ein Zustand normal wird, der kurz vorher noch unvorstellbar war. Wer heute für ein Wochenende nach Dresden, Leipzig oder an die Ostsee fährt, denkt dabei an Staus und Hotelpreise, nicht an Geschichte. Das ist vielleicht das schönste Kompliment, das man dieser Zeit machen kann.

 Und was mache ich heute?

Ehrlich gesagt nichts Großes. Kaffee, ein paar Nachrichten, vielleicht ein Spaziergang. Ich habe mir aber vorgenommen, den Tag nicht komplett im Alltagsmodus verstreichen zu lassen. Ein paar Minuten innehalten kostet ja nichts, und die Bilder vom Brandenburger Tor, das ich dafür herausgesucht habe, haben mich daran erinnert, wie viel an diesem Ort schon passiert ist. Früher Grenze, heute Postkartenmotiv für Touristen mit Selfiestick. Wenn man es so sagt, klingt es fast absurd.

Wie haltet ihr es mit dem 3. Oktober? Ein ganz normaler freier Tag, ein Anlass zum Nachdenken, oder ärgert ihr euch auch, dass er dieses Jahr aufs Wochenende fällt? Schreibt es mir gern in die Kommentare, ich bin gespannt.

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*Bildnachweis: Beitragsbild „Brandenburger Tor morgens“ von Thomas Wolf (www.foto-tw.de), Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0. Banner „Brandenburger Tor nachts“ von Thomas Wolf (www.foto-tw.de), Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten. Hintergrund „Autumn leaves on the ground in Quebec City“ von Wilfredor, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten.*

 

Ein Wochenende gamescom 2026 – zwei Übernachtungen, ein voller Messetag

Freitagabend Köln, Samstag Messe, Sonntagmittag zurück nach Hause, mit zwei Übernachtungen dazwischen – für unsere Verhältnisse fast schon ein Kurzurlaub. Sonst sind meine Verlobte und ich immer nur für einen Tag hoch zur gamescom gefahren, morgens hin und abends mit dem letzten Zug wieder zurück. Diesmal haben wir uns das erste Mal die Zeit gegönnt, auch mal anzukommen, statt nur durchzuhetzen, und beim Sortieren der Fotos merke ich, wie gut uns das getan hat.

Freitagabend: Ankommen, zwei Drinks, ein Blick auf die leere Messe

Angereist sind wir schon am Freitag, ganz bewusst einen Tag vorher, damit wir am Samstag ausgeruht und ohne Stress in die Halle können. Eingecheckt, kurz durchgeatmet, und dann ging’s erstmal in die Hotelbar – zwei Drinks für uns beide, unter diesen großen, geflochtenen Lampenschirmen, die da von der Decke hingen.

Oplus

Später sind wir nochmal raus und rüber zur Koelnmesse gelaufen, einfach so, aus Neugier. Die Hallen hatten für den Tag längst geschlossen, der Vorplatz lag komplett verwaist da, nur der „Welcome to gamescom“-Schriftzug leuchtete blau in die Dunkelheit.

GC 2026 Fri eve

Samstag: der Tag, an dem die großen Namen mal nicht im Vordergrund standen

Am Samstag waren wir dann drin, und ich muss sagen: Die ganz großen Publisher-Bühnen haben uns diesmal weniger interessiert als sonst. Klar, GTA 6 war irgendwie an jeder Ecke Thema, und dass die Messe dieses Jahr zum ersten Mal komplett ausverkauft war, hat man den Hallen auch angemerkt – stand ja auch überall zu lesen, das muss ich hier nicht nochmal ausbreiten. Uns hat’s eher zu den kleineren Ständen gezogen, unter anderem kurz zu Lumibricks mit ihren unter Blacklight leuchtenden Klemmbaustein-Dioramen, wo wir für ein paar Fotos stehengeblieben sind – bei der Hallengröße gab’s danach aber noch genug andere Stände zu entdecken.

Ein noch nicht fertiger Prototyp zur Bladerunner Lizenz:

Lumibricks

Lumibricks Cyberpunk Theme, nur ein Ausschnitt, natürlich war das Thema im Vordergrund, obwohl es noch eine Weile dauern wird, bis die nächsten „Cyberpunk“ Spiele erscheinen wird (u. a. von CD-Project Red)   

Lumibricks

Ein kurzes Video für Cyberpunk-Fans

Ein kleiner Gänsehautmoment war für mich außerdem der Commodore-Stand  – zum ersten Mal seit der Übernahme durch den neuen Eigentümer war die Marke wieder mit einem eigenen Auftritt dabei, und zwischen all den olivgrünen Retro-Gehäusen stand da dieses Cyberpunk-angehauchte Ausstellungsstück mit „REBOOT“- und „EXECUTE“-Tasten. Dafür musste ich einfach kurz stehen bleiben und ein Foto machen.

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Sonntag: Kaffee, Koffer, Zug

Am Sonntagmittag saßen wir schon wieder im Zug nach Hause, ziemlich geschafft, aber auf die gute Art. Es war kein Marathon-Wochenende mit durchgeplantem Stundenplan, eher ein entspannter Kurztrip zu zweit mit einem sehr vollen Messetag mittendrin – und genau deswegen ist mir am Ende auch nicht die große Publisher-Show in Erinnerung geblieben, sondern ein leuchtendes kleines Klemmbaustein-Diorama, von dem ich noch schnell ein Foto gemacht habe, bevor’s weiter durch die Hallen ging.

An der Zapfsäule schluckst du gerade zweimal

Spritpreise

Wer in den letzten Wochen tanken war, hat es vermutlich selbst gemerkt: Die Preise sind ordentlich nach oben geklettert, und zwar nicht schleichend, sondern ziemlich abrupt. Ich hab mich neulich an der Tankstelle ertappt, wie ich kurz überlegt hab, ob der Zapfhahn kaputt ist oder ich mich einfach verguckt habe.

Also, was ist da eigentlich los? Steckt dahinter wirklich ein Mangel an Sprit – oder wird da am Markt bloß kräftig mitgenommen, was geht?

Kein Mangel, sondern ein Preisschock von außen

Die kurze Antwort: Von einem echten Spritmangel kann keine Rede sein. Was wir gerade erleben, ist in erster Linie ein Ölpreisschock. Durch den Iran-Nahost-Konflikt und die Sperrung der Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus ist der Ölpreis auf dem Weltmarkt um rund 30 Prozent gestiegen. An anderer Stelle wird sogar von einem Anstieg von mehr als 40 Prozent durch die Blockade der Straße von Hormus und Angriffe auf Energieinfrastruktur in der Golfregion gesprochen. Diesel hat es dabei besonders hart getroffen: Der Preis kletterte seit Kriegsbeginn um 56 Cent pro Liter und lag Ende März nur noch knapp unter dem Allzeithoch von 2022.

Rohöl ist eben der Ausgangsstoff für so ziemlich alles, was aus dem Zapfhahn kommt – wenn der teurer wird, zieht der Rest automatisch mit.

Und die Spekulation?

Hier wird’s interessanter. Ganz von der Hand zu weisen ist der Verdacht nicht: Ein Teil des Preisanstiegs geht auf Risikoaufschläge an den Märkten zurück – wenn Händler Versorgungsengpässe oder geopolitische Spannungen befürchten, verteuert sich Rohöl bereits im Voraus, bevor überhaupt etwas Konkretes passiert ist. Das ist streng genommen schon eine Form von Spekulation, nur eben eine mit einem sehr realen Auslöser im Hintergrund.

Dazu kommt, dass die Preisbildung an der Zapfsäule selbst nicht ganz durchsichtig ist. Seit April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben – trotzdem gab es allein in Niedersachsen rund 1900 Verwarnungen gegen etwa 250 Tankstellen wegen Verstößen gegen diese Regel, künftig drohen sogar Bußgelder bis 100.000 Euro. Wenn sich Betreiber nicht mal an die eigenen Preisregeln halten, ist es kein Wunder, dass viele misstrauisch werden. ADAC

Die Politik hat immerhin reagiert: Die Energiesteuer auf Diesel und Benzin wurde für Mai und Juni um rund 14 Cent je Liter gesenkt, was brutto etwa 17 Cent Entlastung brachte. Nur – laut ADAC liegen die Spritpreise trotz eines rückläufigen Ölpreises weiterhin auffällig hoch, besonders bei Diesel. Da bleibt schon ein komisches Gefühl. Bundesregierung

Mein Fazit an der Zapfsäule

Ich glaube nicht an eine gezielte, böswillige Verknappung – dafür ist die Ursache zu klar auf dem Ölmarkt zu verorten. Aber ich glaube auch nicht, dass an den Zapfsäulen alles hundertprozentig fair zugeht, wenn selbst eine simple 12-Uhr-Regel reihenweise umgangen wird. Es ist wohl beides ein bisschen: echter Preisdruck von außen, garniert mit ein wenig Extra-Marge, weil man’s als Betreiber halt kann, solange keiner genau hinschaut.

Wie seht ihr das – merkt ihr die Preise auch so deutlich, oder seid ihr eh schon aufs Fahrrad umgestiegen?